GLÜCK — Planet Jupiter, hebräischer Buchstabe Kaph. Die Zehn, die Vollendung des Zyklus, der Wendepunkt. (In klassischen Decks: Das Rad des Schicksals.)
Kartensymbolik: Im Zentrum das große Rad, an seinem Rand die drei mythischen Tiere: die Sphinx oben (gehaltener Augenblick, Gleichgewicht), der Affe Hanuman an einer Seite (das Werden, der Aufstieg), Typhon-Set an der anderen (das Vergehen, der Sturz). Das Rad selbst ist von einer Spirale aus Blitzen und elementaren Strömen umgeben. Es dreht sich unaufhörlich; nichts an ihm ist Standpunkt — alles ist Bewegung.
Wesen der Karte: Glück ist in dieser Karte nicht der einzelne, glückliche Zufall, sondern das große Gesetz des Wandels. Jupiter ist der wohlwollende Ausweiter, der die Möglichkeiten öffnet, der Glück bringt — aber nicht als Zufall, sondern als Antwort auf die Bereitschaft, sich dem Strom anzuvertrauen. Wer sich an das Rad klammert, fährt mit nach oben und wird mit nach unten gerissen. Wer in der Mitte des Rades steht — in der Sphinx — bleibt im Gleichgewicht.
Aufrecht: Ein Zyklus schließt sich, ein neuer beginnt. Glücklicher Wendepunkt; etwas Festgefahrenes kommt unverhofft in Bewegung. Eine günstige Gelegenheit, die ergriffen sein will, solange sie da ist. Erweiterung, Wachstum, das Gefühl, vom Leben getragen zu sein. Auch: Schicksal greift ein, ohne dass man es vorhersehen oder erzwingen konnte. Die Einsicht, dass der eigene Wille mit etwas Größerem zusammenwirkt — und dass dieses Zusammenwirken Glück heißt.
Umgekehrt: Pech, Wechselfälle, eine Wendung zum Ungünstigen. Was eben noch oben war, sinkt; was sicher schien, gerät ins Wanken. Versuche, das Rad anzuhalten oder zurückzudrehen — Festklammern an Vergangenem, Aufbäumen gegen das Naturgesetz des Wandels. Spielsucht, blinder Glaube an den eigenen Glücksstern. Jupiter im Negativen: Übertreibung, Hochmut, Arroganz, die jeden Boden unter den Füßen verliert. Eine Zeit, in der nichts gelingen will, weil man sich gegen den Fluss stellt.