DER MAGIER — Planet Merkur, hebräischer Buchstabe Beth. Die Eins, die Erste der Manifestation, der Übergang vom Nichts in die Form.
Kartensymbolik: Eine bewegte, mehrarmige Gestalt jongliert die vier Werkzeuge des Magiers — Stab, Becher, Schwert, Scheibe — die Symbole der vier Elemente und der vier kleinen Reihen. Über ihm der geflügelte Affe Thoth (Cynocephalus), das spöttische Doppel des Geistes, das jede Botschaft zugleich übermittelt und verzerrt. Im Hintergrund Schlangen und Bewegungslinien — alles ist im Fluss, nichts steht still. Die Karte ist ganz aus Bewegung gemacht.
Wesen der Karte: Der Magier ist das Wort, das Schöpfung wird. Er ist das wirkende Prinzip, das aus dem Punkt der reinen Möglichkeit (Narr) die erste Aussage hervorbringt: „Es sei.“ Merkur als Götterbote regiert Sprache, Vermittlung, Schrift, Zeichen, Tausch, Geschick. Der Magier verbindet Oben und Unten, übersetzt das Geistige in das Greifbare und umgekehrt. Doch dieselbe Kraft, die wahr macht, kann auch täuschen — Hermes ist immer auch der Patron der Diebe.
Aufrecht: Bewusste Schöpferkraft. Geistesgegenwart, Beredsamkeit, geistige Wendigkeit. Die Fähigkeit, das, was im Inneren als Idee lebt, in Wort und Tat zu führen. Initiative, Geschick, Konzentration der Mittel auf ein Ziel. Erfolgreiche Vermittlung, Verhandlung, Lehre, Schreiben, Veröffentlichung. Magisches Wirken im weiteren Sinn — die Welt antwortet auf den klaren, gesammelten Willen. Beginn eines Werks, das vom eigenen Wort getragen wird.
Umgekehrt: Manipulation, Lüge, Trickserei. Die Geschicklichkeit verselbständigt sich und wird zum Selbstzweck — Reden ohne Substanz, Blendwerk, Hochstapelei. Zerstreuung der Kräfte, Rastlosigkeit, alles wird angefangen, nichts vollendet. Geistige Überheblichkeit, der Verstand glaubt, alles zu beherrschen. Auf der schwächsten Stufe: Diebstahl, Betrug, Wortbruch. Auch: ein blockiertes Wort — man weiß, was zu sagen wäre, bringt es aber nicht heraus.