ZWEI DER STÄBE — Mars im Widder, erste Dekade. Herrschaft.
Wesen der Karte: Die Zwei ist der reine Wille, der sich in der schöpferischsten Position des Tierkreises ausdrückt — Mars in seinem eigenen Zeichen, ohne Verdünnung. Es ist die Karte des klaren, gesammelten, unbedingten Wollens. Hier wird nichts gemischt, nichts abgewogen — der Wille richtet sich auf ein Ziel und behält es im Auge. Die zwei gekreuzten Stäbe — in Crowleys Bild Dorjes, tibetische Donnerkeile — sind das Zeichen der vereinigten Polarität, die sich als ein einziger Stoß äußert.
Kartensymbolik: Zwei mächtige, gekreuzte Donnerkeile in glühenden Farben, von Flammen umgeben, Hintergrund in tiefem Rot. Die Karte hat eine fast statische Wucht — ein Augenblick des reinen, gehaltenen Drucks, der jeden Moment in Tat umschlagen kann. Wo das Ass noch reine Möglichkeit war, ist hier die Möglichkeit zur Richtung geworden.
Aufrecht: Klarer, gesammelter Wille. Eine Entscheidung wird getroffen und durchgesetzt, ohne sich von Stimmungen oder Einwänden ablenken zu lassen. Persönliche Souveränität: man steht zu sich, ohne sich rechtfertigen zu müssen. Führungsstärke, Initiative, Mut zum ersten Schritt. Im Beruflichen: ein Projekt wird in die eigene Hand genommen, eine Position wird besetzt. In Beziehungen: ein klares Ja, eine klare Grenze, klare Verhältnisse. Auch: das Vermögen, eine Sache durchzuziehen, weil man sie wirklich will, nicht weil andere sie erwarten.
Umgekehrt: Wille wird zu Eigenwille. Sturheit, Rechthaberei, die jede Mitsprache abwürgt. Macht, die nicht durch Sache, sondern durch Pose getragen wird — Aufgeblasenheit, Imponiergehabe. Gewaltsame Durchsetzung gegen den Widerstand der Wirklichkeit, ohne dass man bereit wäre, die Folgen zu tragen. Auf der anderen Seite: gelähmter Wille — man weiß, was man will, traut sich aber nicht, es zu sagen, und gibt anderen die Schuld an der eigenen Unentschiedenheit. Konflikt mit Autoritäten oder mit den eigenen Mitarbeitern.