NEUN DER KELCHE — Jupiter in den Fischen. Glück.
Wesen der Karte: Die Neun ist Vollendung in der Tiefe der Reihe. Jupiter in den Fischen — Jupiter in seinem traditionellen eigenen Haus — bringt die wohlwollende, ausweitende Energie in das Element des Wassers in seiner reinsten Form. Glück ist hier ein gefühltes Glück, nicht ein äußerer Erfolg; ein inneres Sattsein, ein Gefühl, am rechten Ort zu sein, ein Strömen, das nichts mehr beweisen muss.
Kartensymbolik: Neun Kelche, in drei Reihen geordnet, alle gleichmäßig gefüllt, aus einem zentralen, vollerblühten Lotos gespeist. Das Wasser ist klar, golden, das Licht warm. Es ist die Karte des „Wunschtraums“ — sie zeigt einen Augenblick erfüllter, gefühlhafter Vollständigkeit, in dem die innere Welt mit der äußeren in Resonanz steht.
Aufrecht: Glück im vollen Sinn. Eine Phase, in der die Gefühle reich, die Beziehungen warm, das Leben innerlich satt sind. Erfüllung in der Liebe, in der Familie, in der Freundschaft. Ein Wunsch geht in Erfüllung — nicht durch Erzwingen, sondern durch Reifung. Großzügigkeit, die aus eigenem Reichtum gibt. Vertrauen in das Leben, das einen trägt; das Gefühl, gesegnet zu sein, ohne dass man sich darauf etwas einbildet. Im Beruflichen: ein Werk, das zugleich nährt und ernährt. Auch: spirituelle Gelassenheit, in der Sorge sich aufgelöst hat. Diese Karte ist eine der freundlichsten der ganzen Reihe.
Umgekehrt: Glück wird zu satter Selbstgenügsamkeit. Eitle Zufriedenheit, die andere unbeachtet lässt; das eigene Wohl ist genug, der Blick für die Welt verengt sich. Auf der anderen Seite: das Glück wird nicht angenommen — Schuldgefühle, sobald es einem gut geht; ständige Selbstzweifel, ob man dieses Glück verdiene; nervöses Suchen nach dem nächsten Mangel. Genuss ohne Tiefe, Wohlfühl-Hülle ohne inneren Halt. Eine vermeintliche Erfüllung, die sich als Wunsch-Inszenierung herausstellt — man hat sich überredet, glücklich zu sein, und die Stille hinter den Worten verrät anderes. Eine Beziehung, in der die Fülle aufgesetzt wirkt.