DER MOND — Tierkreiszeichen Fische, hebräischer Buchstabe Qoph. Die Achtzehn, der Gang durch das nächtliche Tor.
Kartensymbolik: Zwischen zwei dunklen Türmen führt ein Pfad in die Tiefe, am Pfad zwei Schakale (Anubis), aus dem unteren Wasser steigt der Skarabäus, der die Sonne durch die Nacht trägt. Über allem der blutende Mond, von dem Tropfen Yod fallen. Es ist eine Karte der mythischen Nachtreise — der Sonnen-Skarabäus muss durch die Unterwelt, um am Morgen wieder geboren zu werden.
Wesen der Karte: Der Mond zeigt nicht die heitere Mondsphäre der Hohenpriesterin, sondern den Mond als Ort der Täuschung, der Illusionen, der Ängste, die man sich selbst macht. Fische ist das Zeichen der Auflösung der Form — alle Grenzen werden flüssig. Wer dem Mond begegnet, geht durch eine Phase, in der vieles unwirklich, unklar, beängstigend wird. Dennoch ist es kein Untergang: der Skarabäus trägt auch in der tiefsten Nacht das kommende Licht.
Aufrecht: Eine Phase der Unklarheit, der inneren Nacht. Träume, Bilder, alte Ängste steigen auf. Etwas im Unbewussten will gesehen werden — Verdrängtes, Verleugnetes, Familienschatten. Der Verstand verliert seine Sicherheit, dafür wird eine andere Wahrnehmung möglich. Mystische Phasen, schamanische Erfahrungen, tiefe Therapie. Im Alltag: Verwirrung, Selbsttäuschung, das Gefühl, in einer Sache nicht mehr klar zu sehen. Geduld ist gefragt; man muss durch das Tor gehen, nicht stehen bleiben.
Umgekehrt: Die nächtliche Welt wird zur Falle. Verstrickung in Ängste, Paranoia, Verschwörungsfantasien. Selbstbetrug, der sich für tiefe Einsicht hält. Sucht, Eskapismus, Verlust der Realitätsgrenzen. Auf der anderen Seite: Verdrängung der inneren Nacht; man weigert sich, die fälligen Schatten anzusehen, und sie wirken umso stärker im Hintergrund. Lügen in Beziehungen, hinter denen ein altes, ungeklärtes Muster steht.