ASS DER STÄBE — Die Wurzel der Kräfte des Feuers. Reines Feuer im Augenblick seines ersten Aufflammens, noch vor jeder Form.
Kartensymbolik: Eine Fackel, aus deren Knoten ein Feuerball aus Flammen, Blitzen und Strahlen in alle Richtungen bricht. An ihrem Stamm sprießen die zehn Sephiroth wie Knospen, das Ganze ist von einer geometrischen Glut durchpulst. Die Karte ist nicht starr — sie ist ein Hervorbrechen, ein Augenblick reiner Eruption. Frieda Harris malte sie als kosmischen Funken, in dem die ganze Reihe der Stäbe wie in einem Samen schon enthalten ist.
Wesen der Karte: Das Ass der Stäbe ist die ungeteilte schöpferische Kraft, der erste Wille, der erste Lebensimpuls. Es ist die Glut, bevor sie sich an einen Gegenstand richtet — Anfang von Begehren, Begeisterung, Tat. Wo dieses Ass auftritt, ist etwas im Werden, das noch nicht weiß, was es werden will, aber schon weiß, dass es sein muss. Es ist der Funke vor dem Brand.
Aufrecht: Ein neuer schöpferischer Impuls. Aufflammen von Begeisterung, Mut, Lust am Tun. Der Beginn eines Vorhabens, das aus innerer Glut entsteht — ein Werk, eine Beziehung, eine Berufung, eine Reise. Sexuelle und vitale Kraft, die wieder spürbar wird. Inspiration, die quer zu allem Bisherigen einbricht und alles in Bewegung setzt. Geburt im wörtlichen oder übertragenen Sinn — ein Kind, eine Idee, ein Projekt. Das Gefühl, endlich „angeschaltet“ zu sein nach einer langen Phase der Mattigkeit. Die unverbrauchte Kraft, die dazu auffordert, etwas zu beginnen, ohne sich um die Form schon Sorgen zu machen.
Umgekehrt: Der Funke springt nicht über. Trägheit, Apathie, das Gefühl, „kein Feuer“ zu haben, sich nicht zu einer Sache entzünden zu können. Auf der anderen Seite: zerstörerisches Feuer — ungebändigte Wut, Aktionismus, Aggressivität, die alles um sich herum versengt. Verfrühter Anfang, der noch nicht reif ist und darum verpufft. Sexuelle Erschöpfung oder unkontrolliertes, getriebenes Begehren. Ein Vorhaben wird mit Strohfeuer-Begeisterung begonnen und schon vor dem ersten Hindernis aufgegeben.