ZEHN DER SCHEIBEN — Reichtum. Merkur in der Jungfrau, 3. Dekan.
Zehn Scheiben sind in der Form des sephirothischen Baums des Lebens angeordnet, ein vollendetes Schema kabbalistischer Materie. Merkur in der Jungfrau, sein Herrschaftszeichen, bringt die maximale geistige Durchdringung der materiellen Welt — Geld als Idee, Reichtum als Konzept. Es ist die letzte Karte des kleinen Tarot, der äußerste Punkt der Manifestation, jenseits dessen die Reise wieder zurück zum Ass beginnen muss, denn alles, was vollkommen geworden ist, beginnt zu vergehen oder muss sich erneuern.
Aufrecht: Materielle Fülle, Reichtum auf höchster Stufe, finanzielle Vollendung, generationsübergreifender Wohlstand, Familienvermögen, glückliche Erbschaft, abgesichertes Leben, materielle Erfüllung, Geschäftsimperium, der Höhepunkt finanziellen Erfolgs, Wohlstand mit gleichzeitigem Sinn für höhere Werte, das gut verwaltete Vermögen, die fruchtbare Saat aller bisheriger Arbeit. Die Karte verheißt die volle materielle Manifestation aller Bemühungen. Sie spricht von der vollendeten Sicherheit, vom Vermögen, das Familien trägt und über Generationen hinaus wirksam bleibt, vom Erreichten, das sich gut anfühlt und doch nicht stagnieren darf.
Umgekehrt: Reichtum als Bürde, materielle Saturation ohne Sinn, dekadente Verschwendung, Erbstreitigkeiten, übermäßiger Materialismus erstickt das Leben, Verlust der Werte hinter dem Geld, Reichtum, der vergiftet, das Vermögen wird zum Selbstzweck, finanzielle Komplikationen, der überreife Reichtum beginnt zu faulen. Wer alles hat, hat oft das Wichtigste verloren. Die Karte mahnt, dass jede materielle Vollendung sich zur seelischen Leere wandeln kann, wenn nicht der Geist sie durchwirkt. Vermögen, das nicht zirkuliert, beginnt zu verkrusten — der Reichtum will fließen, will sich weiterverteilen.